LASERSTEIN-REIHE

Vajswerks Laserstein-Reihe begann mit der Lotte Laserstein Ausstellung in der Berlinischen Galerie 2019, mit einem Kunstkurs der Halvorsen Schule, der ehemaligen Gertraudenschule, der Schule Käte Lasersteins. Die Schüler:innen gingen in die Ausstellung, malten an ihren Laserstein-Bildern, besuchten das Berliner Landesarchiv, hörten eine Laserstein-Schülerin über ihre Lehrerin berichten. Bei den Aufführungen von Die zwei Schwestern Laserstein befand sich an einem Ende der Aula die Schultafel, am anderen das Atelier mit Lasersteins Bildern.

In Lasersteins Orte 1&2 zogen zwei Schauspielerinnen mit vielen Briefen an die erste und letzte Adresse der Lasersteins in Berlin, vor die Stierstraße 19 und den Immenweg 7. Laserstein Ollendorff (Friedlaender) untersuchte in vier Projektformaten das Überleben dreier Frauen an geheimen Orten. Ein Kapitel West-Berliner Demokratiegeschichte wurde mit Käte Laserstein und ihren Schüler:innen in Gertraudens Kinder erzählt. – Den Abschluss der Reihe bildete zurück.bleiben mit dem Jahr 1954 als Ausgangspunkt, mit der Entscheidung, nach Deutschland zurückzukehren bzw. in Schweden, im Exil zu bleiben – uraufgeführt im Sommer 2024 im Garten und im Haus der Wannsee-Konferenz. – Mit dem Blick auf den Kalender fand die Reihe aber doch noch eine Fortsetzung: mit dem 125. Geburtstag von Käte Laserstein am 27. Mai 2025: mit tatsächlich vier Projekten, wovon eines den Inge-Deutschkron-Preis erhielt. 

Es entstanden u.a. Theaterstücke, Podcasts, ein Essay, eine Masterarbeit, eine Unterrichtsstunde zum Nachspielen und eine Lesemappe im Rahmen der Wanderausstellung ‚gefährdet leben‘, die 2023 im Deutschen Bundestag eröffnet wurde. – Hier eine Übersicht:

01: Schülerinnen und Schüler eines Kunstkurses der Gail S. Halvorsen Schule spielen Theaterszenen zum Abschluss ihres Projektunterrichts.

02: Zwei Schauspielerinnen stehen am Immenweg 7 und erkunden mittels Briefen einen der ‚Lasersteins Orte‘ – nachzuhören im Podcast.

03: Podcast-Folge 1 zu ‚Laserstein Ollendorff (Friedlaender)‘: Die Recherche

04: Folge 2: Die Biografien

05: Folge 3: Die Ergebnisse

Die einzelnen Eposiden von ‚Laserstein Ollendorff (Friedlaender)‘ auf Spotify:


06: Die Kurzbiografien von Käte Laserstein, Rose Ollendorff und Lucie Friedlaender

07: Der Podcast zu ‚Gertraudens Kinder‘: eine West-Berliner Schule im Nachkrieg

08: Die Radiosendung zu ‚Gertraudens Kinder‘

09: Der Essay zur West-Berliner Demokratiegeschichte anhand der Gertraudenschule

10: Die Masterarbeit zu den Briefen von Käte Laserstein an ihre Schwester

11: Die Lesemappe zu Käte Laserstein in der Ausstellung gefährdet leben

12: Die Geschichtstheaterstunde zum Nachspielen, zu Käte Laserstein

13: Das Interview in nd/Die Woche in der Vorbereitung auf ‚zurück.bleiben‘

14: Der Podcast von ‚zurück.bleiben‘ auf Soundcloud und Spotify

15: Ein Beitrag über Vajswerks Laserstein-Reihe erschien in der Herbstausgabe von Medaon – Magazin für jüdisches Leben in Forschung und Bildung

16: Am 18. November 2024 wurden auf Initiative der Markus-Gemeinde neben dem Stolperstein in Gedenken an Meta Laserstein zwei weitere verlegt: zu Käte Laserstein und Rose Ollendorff.

17. Am 27. Mai 2025 – ja – feierten wir Käte Laserstein 125; zwei weitere Projekte schließen sich an, im Herbst 2025. Nachzuhören wäre das Kalenderblatt des Deutschlandfunks.

OKTOBERFRÜHLING

Erinnert man heute an die Friedliche Revolution von 1989, denkt man meist an die Massenproteste in Leipzig und Berlin. Übersehen wird dabei, dass sich die Sprengkraft der Revolution, die das Ende der DDR einleitete, überall im Land entfaltete. Wie flächendeckend die Revolution das Land erfasste, wird deutlich, wenn man sich die Zahl der Orte vergegenwärtigt, in denen schon vor dem Mauerfall demonstriert wurde: mehr als 325, von der Ostsee bis in die Sächsische Schweiz.

So vielfältig wie die Orte sind auch die Ausdrucksformen des Widerstands. Ein Ärzteehepaar vom Müritzsee fährt mit einem Plakat in der Heckscheibe seines PKWs umher und verkündet darauf: „Wir lieben unsere Heimat grenzenlos“; die Freiwillige Feuerwehr Plauen wehrt sich gegen den Einsatz ihrer Tanklöschfahrzeuge als Wasserwerfer gegen friedlich Demonstrierende; bei einer Gesprächsrunde am Theater Rudolstadt übt man sich darin, die eigene Meinung öffentlich kundzutun und in Kühlungsborn kommt es zu einer „Ein-Mann-Demonstration“.

Alles findet gleichzeitig statt, alles geht rasend schnell – einiges auch zu schnell. Erst gärt der Frust über den „Kalk der Fünfziger Jahre“ in den Menschen, dann formiert sich Widerstand. Die Mauer fällt. Es ist ein Wunder, dass alles friedlich bleibt. Aber die begehrten 100 D-Mark Begrüßungsgeld gibt es für Ostdeutsche, aber nicht für den Vertragsarbeiter aus Mosambik. Während einige Oppositionelle nach einem dritten Weg zwischen BRD-Kapitalismus und DDR-Sozialismus suchen, vernichtet die Stasi brisante Akten und setzen sich SED-Funktionäre ins Ausland ab.

Die szenische Lesung montiert historische Quellen und Zeitzeugenberichte zu einem Kaleidoskop der Friedlichen Revolution.

Mit: Daniel-Frantisek Kamen, Hannah Kobitzsch, Stephan Thiel und Anne Greta Weber. Regie&Spielfassung: Katja Lehmann – auf Basis der Recherche von Stefan Paul-Jacobs.            Foto © Bundesstiftung Aufarbeitung.

Nach der Uraufführung bei der Zeitgeschichtlichen Sommernacht der Bundesstifung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur (am 10. Juli im Silent Green) war Oktoberfrühling zweimal im Theater unterm Dach zu sehen, am 12&13. Oktober. Anschließend ging das Stück auf Tour* und war in Waren (16.10.), Rostock (17.10.), Bützow (7.11.), Hohen Neuendorf (8.11.), Berlin (9.11.), Wismar (18.11.) zu sehen. In 2025 stand die szenische Lesung am 2. März erneut auf dem Spielplan des Berliner Theater unterm Dach.

* 16.10. 18:30: Waren: St. Georgen Kirche, Sankt-Georgen-Kirchplatz 1 — 17.10. 19:00: Rostock: Petrikirche, Alter Markt 1 — 7.11. 19:30: Bützow: Rathaus Bützow, Am Markt 1 — 8.11. 19:00: Hohen Neuendorf, Ratssaal, Oranienburger Str.2 — Berlin, „Fest der Freiheit“, ab 14:00 — 18.11. 19:00: Wismar: Stadtbibliothek, Ulmenstraße 15

#geschichte_schreiben

Wir stellen uns etwas vor, was es so nicht gibt: zum Tag der Europäischen Erinnerungskultur lädt der Verein für Völkerverständigung zu einem Symposion. Man erwartet sich Impulsreferate unter dem schlichten Titel „Ein Land und seine Verantwortung vor der Geschichte.“ Vier Universitätsdozent:innen werden in Berlin erwartet: vom Südeuropa-Institut, vom Südosteuropa-Institut, vom Nordeuropa-Institut und vom Institut für Germanistische Studien. Die vier Vortragenden beginnen staatstragend, mit der offiziellen Geschichtsschreibung, zum Mitschreiben. Dann melden sich Stimmen, die das jeweilige Geschichtsbild verrücken, es aus dem Rahmen treten lassen. Es gibt sie ja nicht, die Eine Erzählung, die Eine Position, Perspektive.

Das Recherchekollektiv Vajswerk zeichnet sich seit sieben Jahren durch Projekte aus, in denen Geschichte erforscht und dargestellt wird, multi-perspektivisch. Mit #geschichte_schreiben wird nun die Probe auf das Exempel gemacht: wie aus Geschichte Politik wird, wie manche Ereignisse für das historische Gedächtnis konstitutiv und manche verworfen, „vergessen“ werden. Im Zusammenspiel mit vier Historiker:innen verfolgen vier Schauspieler:innen geschichtspolitische Diskurse in Europa und laden Ende April 2023 zu einem fiktiven Symposion, zu einem richtigen Theaterabend: im historischen Saal der deutschen Kapitulation 1945, im heutigen Museum Berlin-Karlshorst.

Mit: Ines Miro, Laura Mitzkus, Christian Erdt, Charles Toulouse; Dr. Ursula Rütten, Hanna Sjöberg, Stefan Paul Jacobs, Dr. Lucas Hardt; Felicitas Braun, Renske de Vries, Christian Tietz. – Foto von Lena Obst ©

Uraufführung am 22. April 2023; weitere Aufführungen am 23./29./30. 04; 19 Uhr im Museum Berlin-Karlshorst.

Den Flyer gibt es hier und die Pressemappe hier; die Texte der Expert:innen können hier eingesehen werden.

 

Den Podcast gibt es auf Soundcloud

 

 

 

#geschichte_schreiben wird gefördert durch den Fonds Darstellende Künste im Rahmen von „Neustart Kultur“ sowie der LIRI-Stiftung.

 

Fotos von Lena Obst ©

 

 

 

 

 

LASERSTEINS ORTE

Es beginnt in Friedenau; Lotte ist 14 und Käte 12 Jahre alt, als die Mutter mit ihnen ins große Berlin zieht. Es endet in Steglitz; Käte erlitt im Freibad einen Herzinfarkt, Lotte löst die Wohnung auf und holt die Hinterlassenschaften zu sich nach Schweden – in Berlin und in Deutschland war sie nicht mehr zu Hause.

Im Berlin der 1920er Jahre konnten die Mädchen zum Gymnasium gehen und studieren. Lotte wurde Malerin, Käte Germanistin; die eine wurde Meisterschülerin an der Berliner Kunstakademie, die andere schrieb ihre Doktorarbeit an der Münchener Universität und veröffentlichte binnen fünf Jahren drei literaturhistorische Schriften, bevor Dr. Käte Laserstein an eine Berliner Schule wechselte und 1933 als sogenannte Dreiviertel-Jüdin aus dem Staatsdienst entlassen wurde.

Lotte Laserstein begann gerade ein Name zu werden, den man sich merken sollte, als auch sie Schritt für Schritt aus dem gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen wurde. In Friedenau, am ersten der Lasersteins Orte erzählen wir vom Aufbruch zweier junger Frauen: in die Welt der Kunst und der Wissenschaft. Das Haus in der Stierstraße 19 steht heute nicht mehr; auch das gehört zu unserer Geschichte. Vor dem Haus am Immenweg befindet sich heute ein Stolperstein: die Mutter, Meta Laserstein wurde dort verhaftet und kam im KZ Ravensbrück ums Leben. Der Spielort am Steglitzer Immenweg 7 steht für die Verfolgung in der NS-Zeit und den Versuch, danach zu leben.

Lasersteins Orte ist eine Begegnung mit zwei Orten und zwei Lebensgeschichten, zwei Schwestern und zwei Schauspielerinnen. Laura Mitzkus und Greta Galisch de Palma spielen in Zusammenarbeit mit einer Kunsthistorikerin und Kuratorin sowie einem Theaterregisseur und Historiker. Anna-Carola Krausse sorgte 2003 mit der ersten Lotte Laserstein-Ausstellung in Berlin für deren Wiederentdeckung; Christian Tietz inszenierte mit einem Kunstkurs an Kätes ehemaliger Schule DIE ZWEI SCHWESTERN LASERSTEIN

Und ein Folgeprojekt gibt es Ende 2022: LASERSTEIN OLLENDORFF (FRIEDLAENDER)

Den Flyer gibt es hier:  Lasersteins Orte_Flyer

Die Aufführungen in Friedenau und Steglitz fanden im Juli 2021 statt, bei freiem Eintritt, unter offenem Himmel:

Sa. 10.7. 17+19 Uhr + Mi. 14.7. 17+19 Uhr: Stierstraße 19, Berlin-Friedenau

So. 11.7. 17+19 Uhr + Do. 15.7. 17+19 Uhr: Immenweg 7, Berlin-Steglitz

 

Um den Spaziergang für Nachwelt zu erhalten, hat vajswerk einen Podcast produziert:

Mit Greta Galisch de Palma und Laura Mitzkus. Regie: Felicitas Braun, Dramaturgie: Christian Tietz, Recherche: die Vier. Außerdem zu hören: Dr. Maria Kublitz-Kramer, Dr. Claudia Schoppmann, Annemarie Seeling, ehemalige Schüler:innen von Dr. Käte Laserstein u.v.m.

Postproduktion: Martin Anding, Tonmacherei. Erscheinungsdatum: 25 Dezember 2022

 

JUNI-BRIEFE

Es gibt diese Briefe, aus dem Sommer 1941. Es ist Krieg und Boris, Pawel, Anton, Mali, Jejda und Elena schreiben an ihre Eltern, ihre Kinder, ihre Freundinnen, ihre Frau. Sie schreiben Briefe und wissen nicht, ob diese ihr Ziel erreichen, ob die Adressaten noch leben, ob sie selbst noch leben, wenn ihr Brief gelesen wird. Sie schreiben verzweifelte Briefe, mutmachende Briefe, Liebesbriefe, Abschiedsbriefe.

Diese Briefe gelangten in die Post von Kamenez-Podolsk und gingen kriegsbedingt nicht mehr heraus. Am 22. Juni 1941 hatte Deutschland die Sowjetunion überfallen, am 9. Juli wurde die west-ukrainische Grenzstadt besetzt. 1.215 ungelesene Briefe kamen als Beutegut ins Deutsche Reich und kehrten erst 2010 in die Ukraine zurück. Das Nationalmuseum für Geschichte in Kiev forschte nach diesen Briefen – ihren Absendern und Empfängern – und machte daraus eine Ausstellung, die in deutscher Fassung im Sommer 2016 in Berlin zu sehen war, im Deutsch-Russischen Museum.

Fünf Jahre später, zum 80. Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion, ist in Karlshorst eine Theatervorstellung der Juni-Briefe zu sehen – draußen, im Garten auf der Terrasse sprechen drei Schauspieler:innen diese sachlichen, aufgewühlten, persönlichen und herzzerreißende Worte; ein Cellist begleitet sie: Laura Mitzkus, Charles Toulouse, Manolo Palma; Anton Peys. Christian Tietz inszeniert.

Die Vor-Premiere fand am 24. Juni in Weimar als Veranstaltung der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora statt. Einen Tag zuvor waren Ausschnitte im Brandenburger Landtag anlässlich der Gedenkveranstaltung zum 80. Jahrestag des Überfalls auf die Sowjetunion zu sehen: www.landtag.brandenburg.de

Vier Vorstellungen gab es in Berlin zu sehen, im Museum Karlshorst, das auch unser Projekt dankenswerterweise förderte. 

https://youtu.be/foNRryFBUxY?t=3689
 

DER SOMMER NACH DEM KRIEG. Stimmen aus Europa 1945.

Im Sommer 1945 ▶ lernt eine junge Deutsche Demokratie, Schlangestehen, Wildkräuterspinatkochen ▶ macht sich ein aus der Gefangenschaft entlassener Wehrmachtssoldat auf den Weg zur Universität ▶ beobachtet ein amerikanischer Besatzungssoldat, wie die jüdische Ehefrau des Festredners der Eröffnungsfeier jener Universität selbstverständlich fernblieb ▶ beginnt die dreimonatige Fahrt eines russischen Jungen aus der Zwangsarbeit in seine zerstörte Heimat ▶ sieht eine Überlebende der Leningrader Blockade ihren Vater wieder ▶ soll der ehemalige jugoslawische Zwangsarbeiter zu Hause vom Polarlicht in Norwegen berichten ▶ führt ein Cellist Tagebuch über eine Tournee durch die Ukraine ▶ suchen die US-Soldaten am Alexanderplatz nach Kaviar und die Rotarmisten bekommen dafür Nylons, Uhren, Präservative, Whisky ▶ kommen statt der Russen plötzlich die Franzosen ins Reinickendorfer Freibad ▶ verfolgt ein Soldat der Royal Army die Mühen der Reeducation ▶ bittet eine in der Illegalität überlebt habende „Sternträgerin“ die Berliner Behörden um Wiedereinstellung in den Schuldienst ▶ verlässt ein zehnjähriger Junge sein Versteck, das er erst als alter Mann wieder aufsucht: „Ich frage mich, ob das Leben im allgemeinen nicht zwischen Erinnern und Vergessen, einem Versinken der Welt im Vergessen, und der fortdauernden Bemühung verläuft, das Vergangene zu bewahren, das nicht mehr ist: Menschen und Dinge, Orte und Situationen.“ [Michał Głowiński] ◀ Wir geben Echo, im Sommer 2020. – Und vielleicht auch im Sommer 2021.

Drei Historiker*innen lasen und recherchierten, drei Schauspieler*innen sprechen und spielen: Ingrid Damerow, Julien Drouart, Stefan Paul-Jacobs; Laura Mitzkus, Manolo Palma, Charles Toulouse; Christian Tietz inszeniert.

Die Veranstaltungen am 8./9. und 15./16. August  waren allesamt ausverkauft – am historischen Ort der deutschen Kapitulation, im heutigen Museum Berlin-Karlshorst, das unser Recherche-Theater-Projekt auch freundlich unterstützte.

Im Mai 2025 zeigen wir DER SOMMER NACH DEM KRIEG in veränderter Form: mit einer stärkeren Ausrichtung nach Mittel-, Ost- und  Südost-Europa sowie einer anschließenden Podiumsdiskussion – als Veranstaltung der Bundeszentrale für politische Bildung: „Der Sehnsucht leisten Ängste Gesellschaft“  am 22. Mai um 18 Uhr im Panoramaraum der taz, , in der Berliner Friedrichstraße 21.

Den Flyer zum Stück finden Sie hier.

DAS SPIEL VON DINA UND JOVAN

Das Theaterstück basiert auf den Holocaust-Erinnerungen von Dina und Jovan Rajs, die 1968 aus dem damaligen Jugoslawien nach Schweden auswanderten. Berliner Jugendliche haben ihre Bücher gelesen und wollen daraus ein Theaterstück machen. Die beiden proben, spielen und überlegen und plötzlich stehen sie selbst da, Dina und Jovan, und spielen mit.

Kennengelernt hatten sich Dina und Jovan mit 17 und 21 Jahren, während einer Sommerfreizeit des Belgrader jüdischen Jugendclubs. Der Moment der Begegnung ist der Ausgangspunkt für das Theaterstück, das weitere Szenen der Erinnerung hervorruft: Wie Dina vorgeblich zur protestantischen Maria wird, wie sie bei ihrem Spielkameraden einen gelben Stern auf der Jacke entdeckt. Wie Jovan vom Tod seiner Familie erfährt, wie er im KZ Bergen-Belsen ein Tagebuch beginnt.

Die Inszenierung pendelt zwischen Kindheit und Jugend, Vergangenheit und Gegenwart, zwischen den beiden authentischen Figuren und ihren jugendlichen Darstellern. Diesen Vier folgt das Publikum bei deren Spiel und wird so Zeuge einer Annäherung an eigene und fremde Lebensgeschichten.

Die autobiographischen Bücher von Dina und Jovan Rajs erscheinen in der Edition Rugerup.

Mit: Dina und Jovan Rajs, Lisa Haucke und Joshua Engel.
Inszenierung: Christian Tietz, Koordination: Gaby Oelrichs, Fotos: Jeele Johannsen.

Ein Theaterprojekt von: Haus der Wannsee-Konferenz, Haus der Jugend Zehlendorf und Vajswerk Recherchetheater.

Uraufführung am 29. August 2015 im Haus der Wannsee-Konferenz. Das Stück wurde dort und im Teaterstudio Lederman/Stockholm gezeigt. Wiederaufnahmen gab es im Haus der Jugend Zehlendorf und in der ehmaligen Synagoge in Kitzingen, im Januar 2017. Im Sommer und Herbst 2017 war die schwedische Fassung, mit schwedischen Jugendlichen (und Dina und Jovan!) , im Boulevardteater Stockholm zu sehen. Am 21. März 2016 fand zudem eine Autorenlesung mit Dina und Jovan Rajs und ihren Übersetzern statt, im Literaturhaus Berlin.  Am 25. Januar 2018 hatte DAS TAGEBUCH DES JÁNOS REISZ, 1467 KN. in Berlin Premiere.

PS:
Sverigepremiären av DINA OCH JOVAN – Flyern finns här

Den Flyer dieser Produktion gibt es hier zum Download.